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Orchester/Ensemble

Sinfonieorchester Basel

Links www.sinfonieorchesterbasel.ch (Deutsch, Englisch)

Sinfonieorchester Basel

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Das Sinfonieorchester Basel (SOB) ist eines der ältesten Orchester der Schweiz. Das rund hundertköpfige Berufsorchester spielt eigene Konzertreihen sowie Gastkonzerte im In- und Ausland und wirkt regelmässig an Ballett- und Opernproduktionen des Theater Basel mit. Chefdirigent ist seit der Saison 2016/2017 der Brite Ivor Bolton, 1. Gastdirigent ist Michał Nesterowicz.

Geschichte

Die Gründung des Orchesters geht auf das Jahr 1876 zurück. Sie fällt damit in das Baujahr des Musiksaals im Stadtcasino Basel, der auch heute noch die Spielstätte des Ensembles ist. Unter den Dirigenten, die dem Sinfonieorchester Basel eng verbunden waren oder es noch sind, finden sich Namen wie Johannes Brahms, Felix Weingartner, Gustav Mahler, Wilhelm Furtwängler, Antal Doráti, Gary Bertini, Walter Weller, Armin Jordan, Horst Stein, Otto Klemperer, Nello Santi, Pierre Boulez und Valery Gergiev. Eine ganze Reihe bedeutender Werke des 20. Jahrhunderts – unter anderem von Béla Bartók, Arthur Honegger und Bohuslav Martinů – wurden vom Sinfonieorchester Basel uraufgeführt.

1997 fusionierte das «Basler Sinfonie-Orchester» mit dem «Radio Sinfonieorchester Basel». Dabei wurde für das Ensemble der heute gültige Name gefunden: «Sinfonieorchester Basel». Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Orchesters war 2012 die Ablösung von der langjährigen Veranstalterin AMG (Allgemeine Musikgesellschaft) und der gleichzeitige Aufbau einer eigenen Abonnement-Reihe.

Seit ein paar Jahren zeigt das Sinfonieorchester Basel vermehrt auch internationale Präsenz. So führte beispielsweise 2010 sowie 2015 eine Tournee nach China und Südkorea, und im Herbst 2012 gab das Orchester zwei Gastspiele in St. Petersburg und Moskau. Im Frühling 2014 reiste es nach England, wo es in London, Cambridge, Basingstoke, Coventry und Cardiff auftrat. Aufgrund des grossen Erfolgs bereiste das Sinfonieorchester Basel auch im Herbst 2015 England und Irland und spielte fünf Konzerte in London, Cheltenham, Leeds und Dublin.

Chefdirigenten des Sinfonieorchesters Basel:

Die Konzertmeister der Saison 2016/17 waren Axel Schacher und Soyoung Yoon.

Das Repertoire des Sinfonieorchesters Basel reicht von der Wiener Klassik über die Romantik bis hin zu Kompositionen der jüngsten Moderne. Auch neue Konzertformen werden gesucht und Koproduktionen mit Jazz-, Rock- oder Techno-Acts realisiert. Unter Dennis Russell Davies wurde das Repertoire laufend ausgebaut. Schwerpunkte waren unter seinem Dirigat nebst Klassikern der Moderne auch Werke von schweizerischen und amerikanischen Komponisten.

Das Sinfonieorchester Basel pflegt eine enge Zusammenarbeit mit der Basler Paul-Sacher-Stiftung. Zahlreiche CD-Produktionen dokumentieren das Schaffen des Sinfonieorchesters Basel. So widmete sich das Orchester unter Davies Gesamteinspielungen der Sinfonien von Franz Schubert und Arthur Honegger sowie den drei Pariser Ballettmusiken von Igor Strawinsky.

Aktivitäten der Saison 2016/17

Das Sinfonieorchester Basel spielte in der Saison 2016/17 fünfzehn selbst veranstaltete Sinfoniekonzerte SOB mit acht unterschiedlichen Programmen. Es traten internationale Gastsolisten wie Pekka Kuusisto, Huw Morgan, Jean-Guihen Queyras, Igudesman & Joo, Alice Sara Ott, David Garrett oder Lars Vogt auf. Dirigiert wurde das Orchester nicht nur von Chefdirigent Ivor Bolton und dem 1. Gastdirigenten Michał Nesterowicz, sondern auch von Marek Janowski und Erik Nielsen sowie dem ehemaligen Chefdirigenten Dennis Russell Davies. Nebst den Sinfoniekonzerten, die als Aushängeschild fungieren, spielte das Sinfonieorchester drei Cocktailkonzerte im Ambiente des Salle Belle Epoque des Grand Hotel Les Trois Rois. Weitere Programmpunkte stellten die Museumskonzerte im Museum für Wohnkultur, Museum der Kulturen Basel und im Kunstmuseum Basel dar. Überdies gab es drei En route-Konzerte im Literaturhaus Basel. Für das junge und jüngste Publikum spielte das Sinfonieorchester Basel Familien- und mini.musik-Konzerte. Für Schulklassen bot es zwei kommentierte Konzerte an.

Auszeichnungen

Die Aufnahmen A different Schumann Vol. 1-3 erhielten den Diapason d’or im Mai 2004. Ebenfalls einen Diapason d’Or erhielt die Einspielung Felix Weingartner: Sinfonische Werke I im September 2005. Le Sacre du Printemps wurde mit dem Supersonic-Preis ausgezeichnet und für den International Classical Music Award (ICMA) 2015 nominiert. 2016 wurde Pétrouchka ebenfalls für den ICMA nominiert.

Diskographie

  • Igor Strawinsky: Pétrouchka
  • Igor Strawinsky: L’Oiseau du feu
  • Millistrade: Musikalisches Singspiel von Marius Felix Lange und Linard Bardill
  • Of Madness and Love: Werke von Hector Berlioz, inspiriert von William Shakespeare
  • Franz Schubert: Sinfonien Nr. 2 & 6
  • Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps
  • Philip Glass: Symphony No. 4, Heroes from the music of David Bowie and Brian Eno
  • Philip Glass: Symphony No. 1, Low
  • Arthur Honegger: Sinfonien Nr. 2 & 4 Deliciae Basiliensis
  • Franz Schubert: Sinfonie Nr. 8, Grosse C-Dur-Sinfonie
  • Arthur Honegger: Sinfonien Nr. 3 & 1
  • Franz Schubert: Sinfonien Nr. 3 & 5
  • Es ist ein Ros’ entsprungen: Romantische Musik zu Weihnachten.
  • Anton Bruckner: Sinfonien Nr. 4 & 7
  • Felix Weingartner: Sinfonische Werke I
  • Felix Weingartner: Sinfonische Werke II
  • Felix Weingartner: Sinfonische Werke III
  • Felix Weingartner: Sinfonische Werke IV
  • Felix Weingartner: Sinfonische Werke V
  • Felix Weingartner: Sinfonische Werke VI
  • Felix Weingartner: Sinfonische Werke VII
  • Peter Mieg: Klavierkonzert Nr. 2 und Mit Nacht und Nacht (Gesänge für Tenor und Orchester nach Texten von Cyrus Atabay)
  • Robert Schumann: A Different Schumann Vol. 1
  • Robert Schumann: A Different Schumann Vol. 2
  • Robert Schumann: A Different Schumann Vol. 3
  • Maurice Ravel: Orchesterwerke
  • Bohuslav Martinů: Klavierkonzerte
  • Luigi Nono: Verschiedene Werke
  • Iannis Xenakis: Kraanerg, Ballettmusik für Orchester und vierspuriges Magnetband
  • Klaus Huber: Schwarzerde
  • Wladimir Rudolfowitsch Vogel: Verschiedene Werke
  • Frédéric Chopin: Werke für Klavier und Orchester
  • Thomas Kessler: Verschiedene Werke
  • Othmar Schoeck: Penthesilea
  • Symphonic Brass: Werke bekannter Komponisten vom Barock bis zur Moderne, arrangiert von Jean-François Taillard.

Literatur

  • Tilman Seebass: 100 Jahre AMG – Die Allgemeine Musikgesellschaft Basel 1876–1976.
  • Rudolf Häusler: AMG – Allgemeine Musikgesellschaft Basel 1976–2001: Eine Festschrift zum 125-Jahr-Jubiläum.
  • Hans Ziegler: Geschichte der Basler Orchester-Gesellschaft 1922–1970. Verlag Krebs, Basel.
  • Sigfried Schibli: Geschichte der Basler Orchester-Gesellschaft 1971–2003. Verlag Krebs, Basel 2009.

Weblinks

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