Blixa Bargeld

Blixa Bargeld - © Thomas Rabsch

geboren am 12.1.1959 in Berlin, Berlin, Deutschland

Alias Blixa Bargeld
Christian Emmerich

Links www.blixa-bargeld.com (Deutsch, Englisch)

Blixa Bargeld

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Blixa Bargeld (* 12. Januar 1959 in Berlin als Christian Emmerich, bürgerlich Christian Bargeld) ist ein deutscher Musiker, Performance-Künstler, Komponist, Autor und Schauspieler. Er ist Frontmann der Band Einstürzende Neubauten und Gründungsmitglied der Band Nick Cave and the Bad Seeds, in der er bis 2003 als Gitarrist tätig war. Sein Pseudonym ist eine Reverenz an den dadaistischen Künstler Johannes Theodor Baargeld. Der Vorname stammt von einer Faserstiftmarke.

Nachdem seine Frau Erin ihren Nachnamen offiziell von Zhu in den Künstlernamen Bargeld hatte ändern lassen, übernahm er diesen und heißt seither bürgerlich Christian Bargeld, verwendet aber öffentlich ausschließlich den Künstlervornamen Blixa.[1]

Leben

Bargeld wuchs im westlichen Teil Berlins auf, wo er im Stadtteil Friedenau das Paul-Natorp-Gymnasium besuchte. Er wurde als Gründer und Sänger der Gruppe Einstürzende Neubauten bekannt und war von 1984 bis 2003 Gitarrist der Band Nick Cave and The Bad Seeds. Er galt auch als Mitbegründer des Festivals Genialer Dilletanten. Darüber hinaus veröffentlichte er zwei Soloalben.

1987 trat er als Mitglied von „Nick Cave & The Bad Seeds“ in Wim Wenders' Film Der Himmel über Berlin auf. 1988 spielte er in dem Spielfilm Nihil, oder alle Zeit der Welt von Uli M Schueppel eine erste Hauptrolle. Ende der 1990er Jahre spielte er einen pyromanischen Sadisten in einem RTL-Krimi mit Iris Berben. Weiterhin war er 1996 im Film Die Totale Therapie in einer Hauptrolle als Psychotherapie-Guru zu sehen.[2] 1996 entstand der Kurzfilm Blixa Bargeld Stole My Cowboy Boots mit Michael Imperioli in der Hauptrolle, in dem Bargeld allerdings nicht selbst auftrat. 1999 wurde Bargeld für den US-Spielfilm Die Mumie verpflichtet. In dem Film hat er als Teil des „sound-designs“ das „mummy growling“ übernommen, ist also für die Mumien-Äußerungen (Schreien, Zischen usw.) verantwortlich. Bargeld war auch in Werbespots für die Baumarktkette Hornbach tätig.[3]

1990 nahm er zusammen mit FM Einheit und Heiner Müller eine Fassung von Müllers Hamletmaschine auf.

Bargeld war an Theaterprojekten von Heiner Müller, Werner Schwab und Peter Zadek beteiligt. Seit Mitte der 1990er Jahre tritt Bargeld auch als Solokünstler mit den so genannten Rede/Speech Performances live auf. Dabei wird er oft vom Tonmeister Boris Wilsdorf technisch unterstützt.

2001 wirkte er als Sprecher an der Hörspielfassung von Michel Houellebecqs Roman Elementarteilchen mit und steuerte in gemeinschaftlicher Arbeit mit dem Komponisten Jan Tilman Schade die Musik bei.

2005 inszenierte er für die Salzburger Festspiele Warten auf die Barbaren von J.M. Coetzee.

Bargeld war 30 Jahre lang bekennender Vegetarier, bis er seiner Frau zuliebe wieder mit dem Fleischessen anfing.[4] Er ist mit der Mathematikerin Erin Zhu verheiratet, das Paar hat eine Tochter.

Eigenen Aussagen zufolge verwendet Bargeld seinen bürgerlichen Namen nicht mehr und wird selbst von seiner Mutter mit dem Künstlernamen Blixa angeredet. Er lebt heute hauptsächlich in Berlin und zeitweise in San Francisco.[5]

Im Film Tod den Hippies!! Es lebe der Punk (2015) wird er von Alexander Scheer dargestellt.

Solowerke

  • CD RECYCLED, 2000, zusammen mit dem Tim Isfort Orchester
  • CD Commissioned Music, 1995
  • DVD Rede/Speech, 2005
  • CD Blixa Bargeld liest Bertolt Brecht: Erotische Gedichte, 2006
  • CD anbb: alva noto & blixa bargeld: Mimikry, 2010, zusammen mit Alva Noto
  • CD Teho Teardo & Blixa Bargeld: Still smiling, 2013, zusammen mit Teho Teardo
  • EP Teho Teardo & Blixa Bargeld: Spring, 2014, zusammen mit Teho Teardo
  • CD Teho Teardo & Blixa Bargeld: Nerissimo, 2016, zusammen mit Teho Teardo
  • EP Teho Teardo & Blixa Bargeld: Fall, 2017, zusammen mit Teho Teardo

Literatur

  • Blixa Bargeld: Stimme frißt Feuer. Merve, Berlin 1988, ISBN 3-88396-056-X
  • Blixa Bargeld: Headcleaner. Texte für Einstürzende Neubauten. Die Gestalten Verlag, Berlin 1997, ISBN 978-3931126124, Englisch/Deutsch
  • Blixa Bargeld: serialbathroomdummyrun. Verlag von Juliettes Literatursalon, Berlin, 1997, 2. erweiterte Auflage 1998, ISBN 978-3932955976, Bildband seiner ehemaligen Hotelbadezimmer
  • Blixa Bargeld, Kain Karawahn und Yoko Tawada: 233 °C. Konkursbuch Verlag, Tübingen 1999, ISBN 3887691334
  • Jürgen Teipel: Verschwende Deine Jugend – Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave. 11. Auflage. Suhrkamp Verlag, 2007, ISBN 978-3-518-39771-8.
  • Blixa Bargeld: Europa kreuzweise: Eine Litanei. Residenz Verlag, 2009, ISBN 3701715009

Gespräche

  • Ich war ja nie der Punk, der vorm Postamt rumsteht, Spiegel-online-Interview mit Blixa Bargeld zum 50. Geburtstag, online
  • Der Künstler Blixa Bargeld im Gespräch mit Joachim Scholl, in der Reihe Zwischentöne des Deutschlandfunks, 22. Februar 2004, 13:30–15:00 Uhr
  • Andere sind reich – ich bin legendär – Interview, Die Zeit vom 26. April 2011
  • Blixa Bargeld: Wie sollte ich denn sonst weiter provozieren?

https://www.profil.at/kultur/blixa-bargeld-wie-interview-8094748 - Profil 24.4.2017

Filmografie

  • Nihil, oder alle Zeit der Welt. Spielfilm, Deutschland, 1988 , Regie: Uli M Schueppel
  • Jahre der Kälte/Frozen Stories. (Filmmusik) Spielfilm, Deutschland, 1994, Regie: Uli M Schueppel
  • Die totale Therapie. Spielfilm, Deutschland, 1996, Regie: Christian Frosch
  • Mein Leben – Blixa Bargeld. Dokumentation, Deutschland, 2008, 43 Min., Regie: Birgit Herdlitschke, Produktion: ZDF, arte[6]
  • Elektrokohle (Von Wegen). Dokumentation, Deutschland 2009, Regie: Uli M Schueppel
  • B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989. (2015), eine Dokumentation mit Mark Reeder, Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck, Heiko Lange und Alexander von Sturmfeder.
  • Anhedonia – Narzissmus als Narkose. Spielfilm, Deutschland, 2015, Regie: Patrick Siegfried Zimmer[7]

Einzelnachweise

  1. http://www.skug.at/article7533.htm
  2. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,90344,00.html
  3. „Blixa liest Hornbach“
  4. Jenny Hoch: „Ich war ja nie der Punk, der vorm Postamt rumsteht“, Spiegel online, 27. Januar 2009, Interview
  5. Arte-Doku „Blixa Bargeld - Mein Leben“ (2008)
  6. Inhaltsangabe von arte
  7. Anhedonia »Narzissmus als Narkose« Artikel auf filmfesthamburg.de vom 1. Oktober 2015

Weblinks

 Commons: Blixa Bargeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 21.02.2018 06:33:50

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