Jan Pieterszoon Sweelinck

Jan Pieterszoon Sweelinck

geboren 1562 in Deventer, Overijssel, Niederlande

gestorben am 16.10.1621 in Amsterdam, Noord-Holland, Niederlande

Jan Pieterszoon Sweelinck

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Jan Pieterszoon (auch: Pieters, Pietersz) Sweelinck (* im April 1562 in Deventer; 16. Oktober 1621 in Amsterdam) war ein niederländischer Organist und Komponist.

Wirken und Bedeutung

Der Sohn einer traditionsreichen Organistenfamilie soll nach Johann Mattheson um 1557 bei Joseph Zarlin (Gioseffo Zarlino) in Venedig studiert haben. Er übte als Organist an der Oude Kerk in Amsterdam großen Einfluss auf die Norddeutsche Orgelschule des 17. Jahrhunderts aus. Schüler des deutschen Organistenmachers[1], waren August Brücken, Ulrich Cernitz, Andreas Düben, Matthias Leder, Jacob Praetorius der Jüngere, Johann Praetorius, Heinrich Scheidemann, Gottfried Scheidt, Samuel Scheidt, Melchior Schildt, Paul Siefert und Jonas Zornicht.

Der letzte Meister der niederländischen Vokalpolyphonie war ein prägender Komponist in der Zeit des Übergangs von der Renaissance zum Barock. Er war für seine Improvisationen auf der Orgel und dem Cembalo bekannt, und Besucher kamen von weither, um den Orpheus von Amsterdam zu hören. In seinem Werk verbinden sich polyphone Kompositionstechniken der Durchimitation mit Figurationen, die aus der Praxis der Improvisation hervorgegangen sind. Seine längste Reise führte im Jahre 1604 nach Antwerpen, wo er für die Stadt Amsterdam ein Cembalo kaufte, dessen Deckel heute im Rijksmuseum steht. Begraben wurde er in der Oude Kerk.

Werk

Sweelinck komponierte mehr als 70 Werke für Tasteninstrument (u. a. Toccaten, Fantasien und Ricercare) und über 250 Vokalwerke wie Chansons und Madrigale sowie Motetten und Psalmen. Er verband Elemente der englischen Virginalmusik mit dem italienischen Orgelstil.

Würdigung

Ein Vorgänger der Musikhochschule Conservatorium van Amsterdam hieß nach ihm Sweelinck Konservatorium.

Am 16. Oktober 1997 wurde ein 1960 entdeckter Asteroid des äußeren Hauptgürtels nach Jan Pieterszoon Sweelinck benannt: (7621) Sweelinck.

Literatur

  • Robert Eitner: Sweelinck, Jan Pieterszoon in der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB), Bd. 37, S. 258261
  • Klaus Beckmann: Echtheitsfragen. Legendenbildung der Sweelinck-Rezeption. In: Organ Journal für die Orgel, Heft 2, 2012, S. 2935.
  • Pieter Dirksen: The Keyboard Music of Jan Pieterszoon Sweelinck. Its Style, Significance and Influence. Koninklijke Vereniging voor Nederlandse Muziekgeschiedenis, Utrecht 1997, ISBN 90-6375-159-1.
  • Frits Noske: Sweelinck. Oxford University Press, Oxford u.a. 1988, ISBN 0-19-315259-2.
  • Bernhard Waritschlager: Jan Pieterszoon Sweelinck. In: Christoph Kammertöns, Siegfried Mauser (Hrsg.): Lexikon des Klaviers. Laaber, Laaber 2006, ISBN 3-89007-543-6, S. 705f.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Johann Mattheson: Grundlage einer Ehren-Pforte. Hamburg 1740: so, daß man unsern Schweling nur den hamburgischen Organistenmacher hieß. (online, gesehen 16. August 2011).
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