Musikdatenbank

Musiker

Jordi Savall

Jordi Savall - © David Ignaszewski

geboren am 1.8.1941 in Igualada, Cataluña, Spanien

Links styriarte.com (Deutsch)
www.br-klassik.de (Deutsch)
www.allianceartistmanagement.com (Englisch)

Jordi Savall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Jordi Savall i Bernadet [ˈʒɔɾði səˈβaʎ] (* 1. August 1941 in Igualada, Katalonien, Spanien) ist ein katalanischer Musikwissenschaftler und Gambist im Bereich der historischen Aufführungspraxis, der auch eigene Kompositionen zur Aufführung bringt.

Leben

Jordi Savall studierte am Conservatori Superior de Música de Barcelona. Er war Schüler von Wieland Kuijken in Belgien und ab 1968 von August Wenzinger in Basel. Seine Interessen für alte Musik führten ihn zu Wenzingers Schola Cantorum Basiliensis, an der er von 1974 bis 1992 Viola da Gamba unterrichtete. 1974 gründete er Hespèrion XX (jetzt: Hespèrion XXI), ein Ensemble, das sich speziell dem Repertoire der frühen Musik der iberischen Halbinsel verpflichtete. 1987 gründete er die Capella Reial de Catalunya, die sich auf die Interpretation mittelalterlicher geistlicher Musik spezialisiert hat.

Jordi Savall hat sich durch weltweite Auftritte sowie durch umfangreiche Tonaufnahmen den Ruf eines bedeutenden Interpreten und Musikwissenschaftlers für alte Musik erworben. Er wurde einem größeren Publikum bekannt durch die Musik zu dem mehrfach ausgezeichneten französischen Film Die siebente Saite (1991). Ferner komponierte er die Musik zum Film Marquise – Gefährliche Intrige aus dem Jahr 1997, bei dem Véra Belmont Regie führte.

Jordi Savall war seit 1968 mit der 2011 verstorbenen Sopranistin Montserrat Figueras verheiratet. Ihre Tochter Arianna Savall sowie ihr Sohn Ferran Savall sind ebenfalls musikalisch tätig. Ab 2009 lehrt Savall als Gastdozent im „Juilliard Historical Performance Program“ der Juilliard School in New York City.

Das 1998 durch Savall gegründete Label „Alia Vox“ konnte bis 2010 mehr als 2.000.000 CDs vermarkten, nicht zuletzt durch Savalls starke Präsenz in den Konzertsälen und in den Medien, sowie durch Label Niederlassungen in 45 Ländern [1].

Werke

„Paraisos Perdidos“

Typisch für Jordi Savall sind aufwändig ausgestattete Hörbücher. So spürte er in einer Bibliothek auf Gran Canaria Bücher mit unbekannten Liedern von Columbus’ Matrosen auf, von den mitreisenden Mönchen und Gesänge der Indios der neuen Welt. Diese Lieder nahm er mit seinem Ensemble Hespèrion XXI auf und veröffentlichte es auf der CD Paraisos Perdidos. Das Begleitbuch umfasst 260 Seiten. Insgesamt über 50 solcher Hörbücher hat Savall veröffentlicht und damit (2007) über 1,8 Mio. CDs verkauft.[2]

Werkliste siehe: Hespèrion XXI

Auszeichnungen

  • 2009: Händel-Preis der Stadt Halle
  • 2010: Internationaler Friedensmusikpreis des Praetorius Musikpreises
  • 2012: Léonie-Sonning-Musikpreis
  • 2013: ECHO Klassik Kammermusik-Einspielung des Jahres[3]
  • 2013: Ehrendoktorat der Universität Basel[4]
  • 2016: Ehrendoktorat der Universität Utrecht[5]

Einzelnachweise

  1. Beschreibung des Labels Alia Vox
  2. Gregor Dolak: Außensaiter Nr. 1. Der größte Exot der Alten Musik ist zugleich ihr erfolgreichster Interpret: Der katalanische Gambist Jordi Savali verkauft Millionen CDs. In: Focus 45/2007, Seite 92.
  3. echoklassik.de – Preisträger 2013 abgerufen am 8. Oktober 2013.
  4. www.blick.ch, abgerufen am 29. November 2013.
  5. Mitteilung auf der Website der Universität, abgerufen am 31. März 2016. (ndl.)

Weblinks

 Commons: Jordi Savall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 01.10.2017 12:18:38

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jordi Savall aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.