Musikdatenbank

Musiker

Johann Joseph Fux

Johann Joseph Fux

geboren 1660 in Hirtenfeld, Österreich

gestorben am 13.2.1741 in Wien, Wien, Österreich

Johann Joseph Fux

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Johann Joseph Fux (* um 1660 in Hirtenfeld bei Graz; † 13. Februar 1741 in Wien) war ein österreichischer Komponist und Musiktheoretiker.

Leben

Fux wurde ungefähr im Jahre 1660 als Bauernsohn in Hirtenfeld geboren, das damals zur Pfarre St. Marein gehörte, heute jedoch zur Gemeinde Langegg bei Graz und zur Pfarre Nestelbach bei Graz zugehörig ist. Seine Eltern waren Andreas und Ursula Fux.[1] Über sein frühes Leben ist nur bekannt, dass er um 1680 an der Universität Graz und von 1683 bis 1687 in Ingolstadt studierte.

Am 5. Juni 1696 heiratete er Juliana Clara, Tochter des niederösterreichischen Regierungssekretärs Johann Josef Schnitzenbaum. Im gleichen Jahr wurde er zum Organisten am Schottenstift in Wien ernannt. Er behielt diesen Posten bis 1702. Dadurch wurde der kaiserliche Hof auf ihn aufmerksam und ernannte ihn zum „Hofcompositeur“. Ab 1701 wurde er Kapellmeister am Stephansdom. Im Jahr 1712 wurde er Vizehofkapellmeister der Wiener Hofmusikkapelle, nach dem Tod von Marc’Antonio Ziani 1715 schließlich Hofkapellmeister, eines der wichtigsten Ämter im europäischen Musikleben der damaligen Zeit. Zugleich wirkte er von 1713 bis 1718 als Hofkapellmeister der Kaiserinwitwe Wilhelmine Amalie. Daneben unterrichtete Fux auch Komposition. Zu seinen Schülern zählten Georg Christoph Wagenseil, Gottlieb Muffat und Jan Dismas Zelenka.

Seine Ehe blieb kinderlos. Seine Frau starb am 8. Juni 1731. Er selbst starb 81-jährig am 13. Februar 1741 in Wien. Das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium Graz ist nach ihm benannt.

Werke

Fux’ einflussreichstes Werk war die Kompositionslehre Gradus ad Parnassum (1725), ein Lehrbuch über die Grundlagen des Kontrapunkts. Das auf Latein verfasste Werk hat 1742 Lorenz Christoph Mizler, ein Schüler Bachs, ins Deutsche übersetzt. Es beeinflusste maßgeblich die Wiener Schule und diente bis ins 20. Jahrhundert hinein als Lehrbuch des Kontrapunkts.

Fux’ breit gefächertes musikalisches Werk umfasst Opern, Kirchen- und Instrumentalmusik. Ein Beispiel ist die Geburtstagsoper für Kaiser Karl VI. aus dem Jahre 1715 Orfeo ed Euridice, welche auf einem Libretto von Pietro Pariati basiert. Ebenfalls auf ein Libretto von Pariati komponierte er seine vielleicht bekannteste Oper Costanza e fortezza (mit Ballettmusiken von Nicola Matteis dem Jüngeren), die 1723 in Prag anlässlich der Krönung von Kaiser Karl VI. zum König von Böhmen aufgeführt wurde. 1731 komponierte er die festa teatrale Enea negli Elisi overo Il tempio dell’eternità zum Geburtstag der Kaiserin Elisabeth. Insgesamt komponierte er 18 Opern, rund 50 Messen, drei Requien, 57 Vespern und Psalmvertonungen sowie zehn Oratorien und 29 Partiten und Sonaten.

Wirkung

Im Gegensatz zum Gradus ad Parnassum gerieten seine musikalischen Werke schnell in Vergessenheit. Fux wurde erst von Ludwig von Köchel „wiederentdeckt“, der eine Biographie und ein Werkverzeichnis herausgab.

Die seit der Uraufführung im Jahr 1723 nicht mehr szenisch realisierte Krönungsoper Costanza e fortezza wurde im Rahmen der Veranstaltungen der Kulturhauptstadt Europas 2015 Pilsen beim Festival 9 Týdnů Baroka 2015 (9 Barockwochen 2015) zum ersten Mal wieder als Bühnenwerk aufgeführt. Die Premiere fand am 31. Juli in der Windisch-Grätz-Reitschule in Světce, einem Ortsteil von Tachov, statt.

Einige der Werke Fux' wurden in der Reihe Denkmäler der Tonkunst in Österreich seit Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderem von Guido Adler, Johann Evangelist Habert, Egon Wellesz und Erich Schenk herausgegeben. 1955 wurde die Johann-Joseph-Fux-Gesellschaft gegründet, die 1959 die Fux-Gesamtausgabe initiierte. Bis 2010 erschienen 37 Bände mit insgesamt 143 Werken. Ferner erschienen in Deutschland gegen Ende des 20. Jahrhunderts einige praktische Ausgaben von geistlichen Werken, vor allem Messen.

Literatur

  • Carl Ferdinand Pohl: Fux, Johann Joseph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 272–275.
  • Erich Schenk: Fux, Johann Joseph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 745 f. (Digitalisat).
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Johann Joseph Fux. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 159–160.
  • Köchel, Ludwig Ritter von: Johann Josef Fux, Hofcompositor und Hofkapellmeister der Kaiser Leopold I., Josef I. und Karl VI. von 1698 bis 1740. Nach urkundlichen Forschungen. Hölder, Wien 1872.
  • Andreas Liess: Johann Joseph Fux. Ein steirischer Meister des Barock. Nebst einem Verzeichnis neuer Werkfunde. Doblinger, Wien 1948.
  • Harry White (Hrsg.): Johann Joseph Fux and the music of the Austro-Italian Baroque. Scholar Press, Aldershot 1992, ISBN 0-85967-832-6.
  • Arnfried Edler, Friedrich W. Riedel: Johann Joseph Fux und seine Zeit. Laaber-Verlag, Laaber 1996, ISBN 978-3-89007-231-9.
  • Thomas Hochradner und Susanne Janes (Hrsg.): Fux Forschung : Standpunkte und Perspektiven ; Bericht des Wissenschaftlichen Symposions auf Schloss Seggau, 14.–16. Oktober 2005 anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Johann-Joseph-Fux-Gesellschaft“. Schneider, Tutzing 2008, ISBN 978-3-7952-1260-5.
  • Rudolf Flotzinger: Johann Joseph Fux : zu Leben und Werk des österreichischen Barockkomponisten, Graz : Akad. Druck- und Verl.-Anst., 2015, ISBN 978-3-201-01985-9
  • Rudolf Flotzinger (Hrsg.): Johann Joseph Fux. Leben – musikalische Wirkung – Dokumentation, Leykam, Graz 2015, ISBN 978-3-7011-0305-8
  • Michael Lorenz: "Fux Documents" (Wien, 2016)

Weblinks

 Commons: Johann Joseph Fux – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. The New Catholic Encyclopedia, Second Edition, Catholic University of America Press, ISBN 0-7876-4010-7, Vol. VI, S. 50
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 27.04.2017 11:42:36

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Johann Joseph Fux aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.