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Musiker

Andrew Davis

Andrew Davis - © Dario Acosta Photography

geboren am 2.2.1944 in Ashridge, Hertfordshire, Grossbritannien

Links www.sirandrewdavis.com (Englisch)

Andrew Davis (Dirigent)

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Sir Andrew Frank Davis[1] CBE (* 2. Februar 1944 in Ashridge, Großbritannien) ist ein britischer Dirigent. Er ist musikalischer Leiter und Chefdirigent der Lyric Opera of Chicago, Chefdirigent des Melbourne Symphony Orchestra und Ehrendirigent des Toronto Symphony Orchestra und des BBC Symphony Orchestra.

Werdegang

Seine Eltern sind Robert J. Davis und Florence Joyce (geborene Badminton). Davis wuchs in Chesham, Buckinghamshire und Watford auf.[2] Er besuchte die Watford Boys' Grammar School, wo er ab der sechsten Klasse die Klassiker studierte. Zu seiner musikalischen Arbeit während seiner Jugend gehörte das Orgelspielen im Palace Theatre, Watford.[2] Davis studierte an der Royal Academy of Music und am King’s College (Cambridge), wo er als Orgeltutor arbeitete. 1965 erhielt er den zweiten Preis beim St Albans International Organ Festival. Er schloss sein Studium 1967 ab. Später studierte er in Rom bei Franco Ferrara Dirigieren.

Davis erste Vollzeitstelle war ab 1970 als regelmäßiger Dirigent beim BBC Scottish Symphony Orchestra. 1975 wurde er musikalischer Leiter des Toronto Symphony Orchestra (TSO). Er behielt die Stelle bis 1988, als er den Titel eines Ehrendirigenten des TSO erhielt.[3]

1988 wurde Davis musikalischer Leiter an der Glyndebourne Festival Opera, wo er die amerikanische Sopranistin Gianna Rolandi traf, die seine dritte Frau wurde.[4] Davis schloss seine Amtszeit bei der Glyndebourne 2000 ab. 1989 ernannte Sir John Drummond Davis zum Chefdirigenten des BBC Symphony Orchestra (BBC SO).[5] Während seiner Amtszeit beim BBC SO stellte Davis die von Malcolm Sargent begründete Tradition wieder her, dass der Chefdirigent der BBC SO die Last Night of The Proms dirigiert. Er wurde für seine humorvollen Last-Night-Reden bekannt, einschließlich zweier Reden nach dem Plapperlied I am the very model of a modern major-general aus Die Piraten von Penzance,[2][6] aber er sprach auch ernsthaft über die Tode von Diana, Princess of Wales, Mutter Teresa und Sir Georg Solti in seiner 1997er Last-Night-Rede.[7] Davis trat 2000 als Chefdirigent des BBC SO zurück und hat nun den Titel eines Ehrendirigenten des BBC SO.

Im Mai 1992 wurde Davis zum Komtur des Order of the British Empire (CBE) ernannt und in der 1999er Neujahrsehrenliste ernannte man ihn zum Knight Bachelor. 2002 dirigierte er das Prom at the Palace-Konzert, das als Teil der Feierlichkeiten zum Goldenen Thronjubiläum Elisabeth II. in den Gärten des Buckingham Palace abgehalten wurde.

Davis wurde 2000 Musikalischer Leiter und Chefdirigent der Lyric Opera of Chicago. Seine Arbeit in Chicago schloss 2005 sein erstes Dirigat des Der Ring des Nibelungen Richard Wagners ein[8] und die erste Chicagoer Produktion von Michael Tippetts The Midsummer Marriage.[9] Sein gegenwärtiger Vertrag mit der Lyric Opera of Chicago gilt bis zur Saison 2020–2021.[10]

2005 wurde Davis Musikalischer Berater des Pittsburgh Symphony Orchestra für einen Zeitraum von drei Jahren. Im September 2006 gab er bekannt, dass er diese Position in Pittsburgh nach der Saison 2007–2008 aufgeben werde.[11] Im Oktober 2007 kamen Davis und das Orchester überein, seinen Vertrag früher zu beenden, so dass er seine geplanten Konzerte in Pittsburgh nicht dirigieren musste, da sein Terminplan sehr voll war.[12] Außerhalb der USA ernannte ihn im Juni 2012 das Melbourne Symphony Orchestra ab Januar 2013 zu seinem Chefdirigenten mit einem Startvertrag über 4 Jahre.[13]

Davis hat ein weit gefächertes Repertoire, mit speziellem Fokus auf britische Musik der Gegenwart. Er ist besonders mit Michael Tippett verbunden,[14] für den er die britische Premiere seines Werkes The Mask of Time dirigierte. Davis hat für eine Reihe von Musik-Labels aufgenommen, darunter NMC Recordings, Teldec und Deutsche Grammophon.[15] Er leitete auch eine kritisch aufgenommene Aufnahme von Harrison Birtwistles Oper The Mask of Orpheus.

Davis und seine Frau leben in Chicago.

Einzelnachweise

  1. Europa Publications (Hrsg.): International Who’s Who in Classical Music 2003. Volume 19. Taylor & Francis Group, 2003, ISBN 978-1-85743-174-2, S. 176.
  2. a b c John Walsh: Conductor of hope and glory. In: The Independent. 12. September 1997, abgerufen am 31. Juli 2016 (britisches Englisch).
  3. William Littler: The TSO’s Englishman in Toronto. In: Toronto Star. 8. Mai 2015, abgerufen am 31. Juli 2016 (englisch).
  4. John Whitley: Does he have what it takes? In: The Daily Telegraph. 28. Juni 1997, abgerufen am 31. Juli 2016 (englisch).
  5. Humphrey Burton: Obituary: Sir John Drummond. In: The Guardian. 8. September 2006, abgerufen am 31. Juli 2016 (englisch).
  6. David Cannadine: The ‘Last Night of the Proms’ in historical perspective. In: Historical Research. Band 81, Nr. 212, Mai 2008, ISSN 1468-2281, S. 315–349, doi:10.1111/j.1468-2281.2008.00466.x (onlinelibrary.wiley.com [PDF]).
  7. Robert Cowan, Edward Seckerson: Last Saturday saw the Last Night of the Proms and the first night of the Royal Opera’s exile at the Barbican … In: The Independent. 14. September 1997, abgerufen am 26. Juli 2016 (britisches Englisch).
  8. Martin Kettle: Der Ring des Nibelungen (Lyric Opera, Chicago). In: The Guardian. 7. April 2005, abgerufen am 26. Juli 2016 (englisch).
  9. John von Rhein: Lyric takes a risky magical tour with Tippett's mystery opera. In: Chicago Tribune. 13. November 2005, abgerufen am 31. Juli 2016 (englisch).
  10. Andrew Davis takes additional post. In: Chicago Tribune. 17. Juni 2012, abgerufen am 31. Juli 2016 (englisch).
  11. Andrew Druckenbrod: Future succession to keep PSO busy. In: Pittsburgh Post-Gazette. 29. September 2006, abgerufen am 26. Juli 2016 (englisch).
  12. Andrew Druckenbrod: Davis backs out of PSO concerts. In: Pittsburgh Post-Gazette. 27. Oktober 2007, abgerufen am 26. Juli 2016 (englisch).
  13. Sir Andrew Davis announced as Melbourne Symphony Orchestra Chief Conductor. In: Melbourne Symphony Orchestra. 18. Juni 2012, abgerufen am 31. Juli 2016 (englisch).
  14. David Cairns: Michael Tippett 1905–1998. In: The Musical Times. Volume 139, Nr. 1861, März 1998, S. 4–5 (englisch, archivierte Internetquelle [abgerufen am 7. September 2009]).
  15. Tim Ashley: CD: Chopin: Piano Concerto No 1; Liszt: Piano Concerto No 1. In: The Guardian. 23. Februar 2007, abgerufen am 26. Juli 2016 (englisch).

Weblinks

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