Richie Havens

Richie Havens

geboren am 21.1.1941 in Brooklyn, NY, USA

gestorben am 22.4.2013 in Jersey City, NJ, USA

Links www.richiehavens.com (Englisch)

Richie Havens

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Richard Pierce Richie Havens (* 21. Januar 1941 in Brooklyn, New York City; 22. April 2013 in Jersey City, New Jersey) war ein US-amerikanischer Folk-Sänger.

Biografie

Geboren wurde Richie Havens als ältestes von neun Kindern in Bedford-Stuyvesant, einem Bezirk von Brooklyn, in eine Künstlerfamilie. Sein Vater war Pianist. Beginnend mit vierzehn Jahren sang Richie Havens in verschiedenen Gospel-Formationen, unter anderem bei den McCrea Gospel Singers, was seinen späteren Stil als Musiker stark beeinflusste. Außer seiner Begeisterung für die Musik zeigte Havens auch ein Talent zum Maler, das er als Porträtzeichner in den Straßen von Greenwich Village einige Jahre dazu nutzte, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Aufstieg

Dort in Greenwich Village war Richie Havens regelmäßig in der Folk-Szene anzutreffen, die auch andere berühmte Sänger wie Joan Baez und Bob Dylan hervorbrachte. Als Schwarzer war er auf dem von Weißen dominierten Gebiet des Folk eine Ausnahme.

Seine ersten beiden Alben hatte er beim britischen Musiklabel Douglas herausgebracht. Durch seinen Auftritt beim Woodstock-Festival gelangte er dann zu plötzlicher Berühmtheit. Um 17:07 eröffnete er das Festival. Die ganze Zeit über erhielt er Beifall, er spielte so lange Zugaben, bis ihm die Songs ausgingen. Darauf entschloss er sich, eine Version des Spirituals Motherless Child (engl., sinngemäß für Kind ohne Mutter) zu improvisieren, der er eine Strophe, bei der er immer wieder das Wort Freedom (engl. für Freiheit) wiederholte, hinzufügte. Dieser Song wurde ein internationaler Hit. Die Darstellung im Film Woodstock, Havens habe insgesamt 3 Stunden gespielt, ist jedoch falsch. Tatsächlich spielte er 11 Songs in 45 Minuten.[1]

Weiterhin wurde Havens durch die Interpretation von Songs anderer Künstler bekannt, vor allem von Bob Dylan und The Beatles. Obgleich er selbst relativ viele Lieder schrieb, feierte er seine größten Erfolge meistens mit diesen Interpretationen. So auch mit der 1980er Coverversion des Lamont-Dozier-Songs Going back to my roots.

Weiteres Wirken

1972 gründete Richie Havens sein eigenes Plattenlabel mit dem Namen Stormy Forest, auf dem einige seiner Alben erschienen. 1978 sang er zwei Stücke auf Steve Hacketts Platte Please Dont Touch!.

Ab Ende der 1970er Jahre wurden die Neuerscheinungen unregelmäßiger. In dieser Zeit begann er auch seinen anderen künstlerischen Begabungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Er galt unter anderem als ein anerkannter Schauspieler, Schriftsteller, Maler und Bildhauer. Einen weiteren markanten Punkt seiner Karriere erlebte er im Jahr 1993, als er bei der Amtseinführung des US-Präsidenten Bill Clinton auftrat. Überdies war er in einer Gastrolle in einer Folge der amerikanischen Sitcom Eine schrecklich nette Familie zu sehen; zudem spielte er drei Titel für die Soundtracks der erfolgreichen PC-Spiele-Reihe Tex Murphy: Pandora Directive sowie Tex Murphy: Overseer ein (Texs Lament, Trying to try, Slow Down).

In der Mitte der siebziger Jahre half Richie Havens, das Northwinds Undersea Institute, ein Museum für Ozeanographie, ins Leben zu rufen. Sein Engagement für den Umweltschutz bewies er auch mit der Gründung der Umweltschutzorganisation Natural Guard im Jahr 1990. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche zum Engagement für den Umweltschutz zu motivieren.

Havens starb im Alter von 72 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Stil

Charakteristisch war sein Gitarrenspiel mit offener D-Stimmung. Akkorde spielte er meist mit dem Daumen. Er setzte die Gitarre wie ein Perkussionsinstrument ein.

Diskografie

  • 1965 Richie Havens Record
  • 1966 Electric Havens
  • 1967 Mixed Bag
  • 1968 Something Else Again
  • 1969 Richard P. Havens 1983
  • 1970 Indian Rope Man
  • 1970 Stonehenge
  • 1971 A State Of Mind
  • 1971 Alarm Clock
  • 1971 The Great Blind Degree
  • 1972 On Stage
  • 1973 Portfolio
  • 1974 Mixed Bag II
  • 1976 The End Of The Beginning
  • 1977 Mirage
  • 1980 Connections
  • 1983 Common Ground
  • 1987 Simple Things
  • 1987 Sings Beatles And Dylan
  • 1987 Collection
  • 1990 Live At The Cellar Door
  • 1991 Now
  • 1993 Resume
  • 1994 Cuts To The Chase
  • 1995 The Classics
  • 1999 Time
  • 2000 Best Of
  • 2002 Wishing Well
  • 2004 High Flyin Bird: The Verve Forecast Years
  • 2004 Dreaming As One: The A&M Years
  • 2004 Grace Of The Sun
  • 2005 Connection
  • 2006 Classics
  • 2008 Nobody Left To Crown

Literatur

  • Richie Havens: They Cant Hide Us Anymore. HarperCollins, 2002, ISBN 0-380-80378-X (Autobiographie)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Legende vom ewigen Woodstock, Die Welt, 23. April 2013.
  2. Chartplatzierung Simple Things, abgerufen am 23. April 2013.
Normdaten: Library of Congress Control Number (LCCN): n 91075522 | Virtual International Authority File (VIAF): 5117747
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